Pastoralraum Der Tod als Teil des Lebens

Der Tod als Teil des Lebens

Der Pastoralraum Luzerner Hinterland lud am Freitagabend, 7. November in die Pfarrkirche Ufhusen zu einer Podiumsdiskussion zum Thema «Der Tod als Teil des Lebens» ein.

Zu Gast waren Adrian Hauser, Bestatter mit eidgenössischem Fachausweis und Totengräber, sowie Judith Dubach, Trauerbegleiterin in Ausbildung, welche vor sechseinhalb Jahren ihren Ehemann bei einem Unfall verlor.

Mit den Worten „Die Zeit heilt keine Wunden, aber man lernt, mit ihnen umzugehen“ eröffnete Anna Engel, Pastoralraumleiterin und Seelsorgerin, die Podiumsdiskussion und begrüsste die Besuchenden.

Adrian Hauser schilderte seine tägliche Arbeit zusammen mit seiner Partnerin Irène Vitali, Bestatterin mit eidgenössischem Fachausweis. In der heutigen Zeit ist er oft die erste Anlaufstelle bei einem Todesfall. Empathie, Sensibilität und Professionalität sind gleichermassen wichtig. Für Adrian Hauser und Irène Vitali steht im Mittelpunkt, den Hinterbliebenen ein letztes, würdevolles und stimmiges Bild zu hinterlassen.

Auch zu zentralen Fragen rund ums Abschiednehmen nahm Adrian Hauser Stellung: «Warum ist dieser Moment in der Gesellschaft wichtig?» Zum einen werden Trauernde in dieser schwierigen Zeit durch die Gemeinschaft unterstützt und getragen; Anteilnahme schenkt Kraft und Zuversicht. Zum anderen dürfen auch jene Abschied nehmen, die die Verstorbenen auf ihrem Lebensweg begleitet haben.

Aus dem Plenum kam die Frage, ob es schon vorgekommen sei, dass jemand bereut habe, die verstorbene Person nicht auf dem Friedhof beerdigt zu haben. Hauser bestätigte dies und fügte hinzu, wann immer er den Friedhof besuche, er selten der Erste sei. Der Friedhof bleibe ein Ort, der von vielen besucht werde – ein Kraftort, um den Verstorbenen nahe zu sein, anderen Betroffenen zu begegnen und Gespräche zu führen.

Auch Judith Dubach gab tiefe Einblicke in ihre persönliche Geschichte. «Das Schicksal fragt nicht. Es entscheidet». Der plötzliche Tod ihres Ehemanns habe alles verändert. Ihr Lebensweg aber gehe weiter. Anders. Der Tod habe sie viel über das Leben gelernt. Sie lebe heute bewusster und dankbarer. Das Vermissen und die Trauer aber, werden bleiben.

Trauer sei etwas sehr Persönliches, so Judith Dubach, mit der jede(r) anders umgeht. Als Person in der Öffentlichkeit fand der Trauerprozess auf verschiedenen Ebenen statt, wie beispielsweise als Geschäftsfrau oder als Ehefrau. Etwas einfacher ist es für Hinterbliebene, wenn sie Anhaltspunkte haben, was die Verstorbenen sich gewünscht hätten. So haben Judith und ihr Mann zwar nie direkt über das Thema Tod und die damit verbundenen Fragen gesprochen, aber etwa beiläufig erwähnt, was man sich vorstellen würde.

Heute ist Judith Teil des Trauerträffs Willisau und unterstützt dort als Teammitglied andere in ihrem Trauerprozess. Es ist ihr wichtig, der Trauer gebührende Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu schenken.

Nach dem Podiumsgespräch waren alle Besuchenden zu einem Apéro im Pfarreisaal eingeladen, um sich gemeinsam im Gespräch auszutauschen und persönliche Erfahrungen zu teilen.

Wir danken Adrian Hauser und Judith Dubach für den offenen und ehrlichen Einblick und allen Teilnehmenden für den wertvollen Abend.

Bericht: Corinne Fries
Bilder: Petra Müller