Firmweg – Besuch der Gassenküche Luzern
Im Rahmen des Firmwegs besuchten wir am Freitag, 8. Mai 2026, die Gassenküche in Luzern. Mit einer Gruppe von 12 Jugendlichen und 3 Erwachsenen fuhren wir mit dem Zug nach Luzern. Der Besuch in der Gassenküche begann um 18.20 Uhr mit einer Einführung. Dabei erhielten wir einen Einblick in die Arbeit der Institution Tragwerk (Fachstelle Konsum Sucht und Armut). Sie unterstützt und begleitet mit ihren Angeboten von Armut und Sucht betroffene Menschen. diese wichtige Arbeit wird bis heute aus kirchlichen Geldern finanziert.
Die verschiedenen Einsatzbereiche sind in einem neuen Kurzfilm eindrücklich zusammengefasst, der uns einen berührenden Einblick gab.
Im Anschluss folgte eine Führung durch die Räumlichkeiten der Gassenküche. Es wurde aufgezeigt, wie wichtig Schlaf für suchtkranke Menschen ist und dass die vorhandenen Schlafplätze tagsüber rege genutzt werden. Neben Schlaf und Essen sind auch Hygiene und medizinische Betreuung sehr wichtig. Wer sich in der Gassenküche (aus dem Kanton Luzern) registrieren lässt, hat die Möglichkeit dort einzukehren, zu duschen, sich neu einzukleiden und in kontrollierter Umgebung in den bestimmten Räumen zu konsumieren. Es wurde deutlich, wie wichtig diese niederschwelligen Angebote für Menschen in schwierigen Lebenssituationen sind.
Nach der Besichtigung führte uns die Begleitperson an Orte in Luzern, an denen sich suchtkranke Menschen häufig aufhalten. Dabei erfuhren die Jugendlichen mehr über die Realität von Sucht und Armut sowie darüber, mit welchen Mitteln Betroffene versuchen an Geld zu gelangen – etwa durch Prostitution und Diebstahl.
Die Jugendlichen wurden immer wieder aktiv einbezogen und zum Nachdenken angeregt. So mussten sie beispielsweise einschätzen, was ein Gramm Kokain kostet oder welchen Betrag Menschen in der Sexarbeit erhalten. Diese Fragen regten Gespräche an und veranschaulichten die harte Lebensrealität suchtkranker Menschen.
Der Besuch hinterliess bei den Jugendlichen einen bleibenden Eindruck. Er bot die Möglichkeit, einen oft verborgenen Teil unserer Gesellschaft kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und sich mit schwierigen sozialen Themen auseinanderzusetzen. Besonders eindrücklich war die Offenheit, mit der über Herausforderungen, Abhängigkeit und Unterstützungsmöglichkeiten gesprochen wurde.
Anna Engel
Bilder: Anna Engel

