Filmabend in Zell-Zukunft säen auf gesunde Böden
Filmabend in Zell – Zukunft säen auf gesunde Böden
Am Donnerstag, 19. März, fand in der Pfarrkirche Zell ein eindrücklicher Filmabend statt. Rund 60 Personen folgten der Einladung des Pastoralraums Luzerner Hinterland im Rahmen der Fastenkampagne unter dem Motto „Zukunft säen“.
Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „Slow Grow“ des aus dem Hinterland stammenden Ehepaars Josef und Lotti Stöckli. In der Einführung machte Josef („Sepp“) Stöckli auf die zentrale Bedeutung gesunder Böden für unsere Ernährung und das Klima aufmerksam. Er verwies auf Zahlen der Welternährungsorganisation, wonach weltweit jährlich über 10 Millionen Hektar fruchtbarer Boden verloren gehen – eine Fläche, die etwa dem 40-Fachen der gesamten Ackerfläche der Schweiz entspricht. Gründe dafür sind neben der zunehmenden Überbauung auch intensive landwirtschaftliche Praktiken, bei denen Böden durch Pestizide, schwere Maschinen und übermässige Nutzung an Fruchtbarkeit verlieren. Gleichzeitig betonte Stöckli, dass gesunde Böden eine entscheidende Rolle im Klimaschutz spielen, da sie grosse Mengen CO₂ binden können.
Der Film „Slow Grow“ – übersetzt „langsam wachsen“ – zeigt am Beispiel des Landwirtschaftsbetriebs von Jungbauer Matthias Hollenstein aus Mönchaltdorf auf, wie ein nachhaltiger und bodenschonender Umgang möglich ist. Seine zentrale Botschaft: Böden sind nicht verloren, wenn wir lernen, sie zu pflegen und mit den unzähligen Kleinstlebewesen zusammenzuarbeiten, die darin leben. Besonders die Regenwürmer – rund 250 pro Quadratmeter – tragen wesentlich zur Humusbildung und damit zur Bodenfruchtbarkeit bei.
Hollenstein verzichtet konsequent auf Pestizide, Kunstdünger und schwere Maschinen. Stattdessen setzt er auf eine vielfältige Bewirtschaftung: Auf rund 1000 Beeten und 20 Hektaren wachsen Gemüse und Getreide in gemischten Streifen nebeneinander. Durch den Einsatz von Mulch wird der Boden vor Austrocknung geschützt und gleichzeitig mit organischem Material versorgt. Trotz dieser schonenden Methoden erzielt der Betrieb Erträge, die mit intensiven Anbaumethoden vergleichbar sind – ein eindrückliches Beispiel dafür, dass nachhaltige Landwirtschaft auch wirtschaftlich tragfähig sein kann.
Im anschliessenden Austausch bei Getränken kamen auch Bäuerinnen und Bauern aus der Region zu Wort. Dabei wurde deutlich, dass sich viele Betriebe in einem Spannungsfeld zwischen arbeitsintensiveren, nachhaltigen Methoden und effizienter, auf hohe Erträge ausgerichteter Produktion befinden. Gleichzeitig zeigte sich, dass auch im Luzerner Hinterland engagierte Landwirtinnen und Landwirte neue Wege gehen und innovative Ansätze erfolgreich umsetzen.
Der Filmabend bot nicht nur interessante Einblicke, sondern auch wertvolle Denkanstösse. Er lud dazu ein, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen und welche Wege wir künftig einschlagen wollen, um tatsächlich „Zukunft zu säen“.
Text: Jules Rampini
Bilder: Angela Hegi







